Sgraffitohaus in der Altstadt von Güns
Altstadt-Geschichten von Kőszeg | Güns     2018 | 07

Kőszeg verdient zu Recht den Beinamen „Schmuckkästchen Ungarns“, findet die Mari. 73 Baujuwelen sollen in der Altstadt stehen. Sie sind ordentlich (aber weniger gut lesbar und nur in ungarischer Sprache) mit Informations-Täfelchen versehen und erzählen die bewegte Geschichte der pittoresken ungarischen Kleinstadt an der österreichischen Grenze.

So der Heldenturm, jüngstes Juwel in der Günser Schmuckschatulle, der eine spektakuläre Aussicht auf die Dächer der Altstadt bietet. Er wurde an der Stelle des 1880 zerstörten südlichen Stadttores 1932 anlässlich der 400-Jahr-Feier des erfolgreich abgewehrten Türkenangriffs errichtet und erinnert an eines der bedeutendsten Kapitel in der Stadtgeschichte von Kőszeg.

August 1532: 80.000 Türken stehen auf den Südosthängen des Günser Gebirges. Von dem Hügel, der heute als Süleyman Aussicht ein herrliches Panorama über die Stadt öffnet, ruft der Sultan zum Angriff und scheitert an ein paar Hundert Bauern und einer Handvoll Soldaten, geführt von Hauptmann Miklós Jurisics, der die Stadt schützen und den türkischen Vormarsch Richtung Wien abwehren kann.

Von der südöstlichen Bastion verteidigt der Feuermeister Mátyás Forintos ebenso erfolgreich die Festungsmauern. Jedoch geht er aus der Geschichte von Kőszeg nicht wie Jurisics als Held hervor, der mit einer Burg beschenkt und nach dem der Hauptplatz benannt wurde. Der Mátyás Forintos soll nämlich später wegen Hexerei angeklagt worden und erst nach Eingreifen des Gerichtshofes in Wien freigekommen sein. Grund für die Festnahme waren religiöse Intrigen.

Anschauliches Zeugnis für den Religionskampf in Kőszeg ist der Jurisics tér, einst Hauptplatz, Markt-, Gerichts- und Versammlungsort der Altstadt. Dort stehen zwei Kirchen direkt nebeneinander. Denn weil die deutschen Lutheraner die ungarischen Protestanten aus der St. Jakob Kirche vertrieben haben, haben sich die gleich daneben nach ebendiesem Vorbild ein eigenes Gotteshaus gebaut – die St. Emmerich Kirche.

Auch vor den Stadtmauern beeindrucken zwei Gebetshäuser. An der Stirnseite des langgezogenen neuen Hauptplatzes Fö tér thront die neugotische Herz Jesu Kirche, heute Hauptkirche von Kőszeg. Ihre dreischiffige Innenhalle ist farbenprächtig ausgemalt, und die Dachkeramiken leuchten bis zur Sultan Süleyman Aussicht. Schön langsam von der Natur versteckt wird die seit 1944 nicht mehr genützte Synagoge. Du kannst sie nördlich der Altstadt durch ein Tor am Burgring erspähen.

Dann gäbe es noch die Geschichte von der Apotheke, deren Einrichtung, wunderschön von drei Jesuiten-Patern geschnitzt, zu groß für den Raum war, weshalb der Apotheker kurzerhand die angrenzende Gasse überbaut hat… Und die Geschichte vom Rathaus, dessen Hauptraum heute im Keller liegt, weil das Niveau des Jurisics tér infolge wiederholter Zerstörung immer wieder mit Schutt bedeckt und nun um 2m höher liegt als seinerzeit.

Aber leider hat das Gewitter der Mari ihren Stadtspaziergang durchkreuzt…


"Das Studio Malick" von Malick Sidibé im Kaiserhausgarten beim Photo Festival La Gacilly Baden
Photo Festival La Gacilly Baden     2018 | 07

Baden: Kurort, Biedermeierstadt, ehemalige Kaiserresidenz und jetzt auch Festivalstadt. Denn Europas größtes Open-Air Photo Festival, das alljährlich im bretonischen Dorf La Gacilly stattfindet, möchte ab heuer jeden zweiten Sommer auch im niederösterreichischen Baden Foto- und Naturfreunde begeistern. Was die Mari betrifft, so ist das schon gelungen!

36 Bilderzählungen mit insgesamt 2.000 Fotografien ziehen sich auf einer 4,5km langen Strecke durch Parks, Passagen, über Gassen und Plätze. Die Mari ist sie gleich mehrmals abspaziert und hat ihren Tag in Baden staunenderweise verbracht. Denn da musst du beim Bilderschauen auch das Drumherum sehen. Und das könnte anderswo eindrucksvoller nicht sein: >> Weiterschauen…


Auf Schienen durchs Mittelburgenland     2018 | 06

Bis vor wenigen Jahren sind dort Personen- und Güterzüge aus Sopron oder Köszeg getuckert. Jetzt rattern bunte Draisinen auf der Teilstrecke der ehemaligen Burgenlandbahn zwischen Horitschon und Oberpullendorf. Passend zur Landschaft hat die Mari ein solches Schienenfahrrad in Waldgrün ausgefasst und ist damit durch den Bezirk Oberpullendorf getourt. „Österreichs Sonnenseite“ nennt sich das Bundesland, weil die Sonne dort früher aufgeht und aufgrund der Landschaftsform länger zu sehen ist. Das stimmt.

Jetzt ist der „Lenker“ bei einer Fahrraddraisine >> Weiterschauen…


Auf den Spuren der Árpáden     2018 | 05

Jetzt hat die Mari ihre Nase auch in die ungarische Geschichte gesteckt und dabei ein paar sehenswerte Orte entdeckt:

Und zwar im Komitat Somogy, südlich des Balaton, der zu der Zeit, als der Großfürst Árpád die ersten Magyaren ins Land geführt hatte, viel größer als heute war. Damals reichte der Plattensee nämlich bis Somogyvár, das heute mehr als 20km vom Südufer entfernt ist. Sogar ein Hafen lag da westlich des Kupavárhegy, einer plateauförmigen Erhebung, die der Árpádenspross Koppány, der Kahlköpfige, als Residenz wählte.

Eines Tages in den 1080er Jahren ging dessen Enkelsohn László im Wald auf die Jagd, als sich ihm ein riesiger Hirsch in den Weg stellte. Der begann prompt zu sprechen: >> Weiterschauen…


In einer stillgelegten Mühle     2018 | 04

Mit Null Vorwissen, aber großen Erwartungen hat sich die Mari dieser Tage in eine stillgelegte Getreidemühle im Mittleren Burgenland begeben, wo ein ehemaliger Müllermeister zur exklusiven Führung eingeladen hat. Bis in die 1970er Jahre hatten sich in dem alten Gebäude die Räder gedreht, angetrieben von einem Dieselmotor, der heute in einem deutschen Museum Technikfreunde beeindruckt. Derweil hat die Mari auch an dessen ursprünglichem Standort in der Mühle nicht schlecht gestaunt. Hat sie doch dank der detaillierten Erklärungen einen Einblick in die Müllerei gewonnen!

Jetzt hat es seine Zeit gedauert, bis die Mari begriffen hat, dass bei der Besichtigung einer Mühle räumliches Vorstellungsvermögen gefragt ist. Du musst nämlich >> Weiterschauen…


IV. Concours d’Élégance in Balatonfüred     2017 | 05

Allerhand zu sehen gab es neulich in Balatonfüred. Dort traf sich von 5.-7. Mai die Noblesse der Automobilgeschichte bei strahlendem Sonnenschein auf dem Tagore Sétány. Jetzt blickt die großzügige Promenade am Nordufer des Plattensees ihrerseits schon auf eine noble Tradition zurück, wurden doch ihre Platanen von namhaften Patienten der renommierten städtischen Herzklinik gestiftet. Angefangen beim indischen Nobelpreisträger Rabindranath Tagore, der dort Anno 1926 aus Dank für seine Genesung den ersten Baum gepflanzt hat.

Aus jener Zeit stammen auch die ältesten der Fahrzeuge, die da Anfang Mai 2017 im Schatten der Bäume standen: der Bugatti T40, BJ 1926, der >> Weiterschauen…


Moinmoin in Hamburch     2017 | 03

So ziemlich jede Wetterstimmung zwischen Schneesturm und Krokusblühen hat die Mari in Hamburg erwartet. Hafenfeeling wollte sie dort erleben und Pötte sehen. Fein, dass sich zwischendurch auch die Sonne gezeigt hat! So im Museumshafen Övelgönne, wo ausrangierte Kähne vor Anker liegen. Auf dem alten Dampf-Eisbrecher Stettin durfte die Mari >> Weiterschauen…


Eiszeit am Balaton     2017 | 01

Ganz schön frostig war es diesmal zum Donauwalzer! Da hat die Mari das Tremolo des traditionellen Jahresauftaktes gar nicht richtig hören können, so laut hat draußen die Kälte geklirrt. Sehr stimmungsvoll. Also wurde das Neue Jahr mit Pirouetten begrüßt, anstatt mit Walzerschritten. Die haben ohnehin besser zur Location gepasst. Das war übrigens der Balaton, der pünktlich zum 1. Jänner spiegelglatt gefunkelt hat.  >> Weiterschauen…


Frühlingsgefühle am Balaton     2016 | 05

Wenn die Natur in Pastellgrün daherkommt, hat die Mari die Qual der Wahl: Spazieren durch die Platanenallee von Balatonföldvár, die sich langsam hellgrün färbt, oder die Seele baumeln lassen in der saftig grünen Wiese des Földvárer Weststrandes, der zu dieser Jahreszeit noch ziemlich verlassen ist? Auf der Mole im Sporthafen den Blick über den mintgrünen See schweifen lassen oder lieber die stolzen Fischer beobachten, wenn es in ihren Netzen silbrig schimmert? Sich im Tóparti Park von Balatonszárszó einen Logenplatz für den Sonnenuntergang sichern, oder die Parkbänke nach Liebesschwüren absuchen? Dabei hat die Mari übrigens auch ein Gedicht von Attila József entdeckt – sehr romantisch!

Balatonföldvár oder Balatonszárszó? Hauptsache: Balaton>> Weiterschauen…


Die Mari in London     2016 | 02

Ganz spontan hat es die Mari nach London gezogen – eine gute Idee, hat sich dort doch seit der letzten Sprachreise (von der nicht allzu viel hängen geblieben ist) sehr viel getan. Neben den sprachlichen Anfangsschwierigkeiten war es auch recht herausfordernd, dass Maris neue Lieblingsorte, wie Greenwich oder Canary Wharf, nicht auf den handlichen Stadtplan passen. >> Weiterschauen…